Die Freiwillige Feuerwehr Hildrizhausen in der Bürgergemeinde heute
- ein chronologischer Überblick -

Der Krieg hatte das Gesicht der Landgemeinde Hildrizhausen stark verändert. Die Entwicklung schritt jedoch weiter fort: Gewerbe und Industrie siedelten sich nahezu gleichrangig zur Landwirtschaft im Ort an, das Verkehrsnetz wurde dichter. Damit wuchsen auch die Funktionen der Feuerwehr in der Gemeinde. Es blieb zwar die Aufgabe der Brandbekämpfung, jedoch besitzt sie heute eine andere Qualität: die gefährlichen Chemikalien- und Ölbrände sind heute Probleme, die die Feuerwehr bewältigt. Ihr stehen dazu auch neue Löschtechnik und Löschmittel zur Verfügung: z.B. Tanklöschfahrzeuge und Löschschaum. Da Hildrizhausen eine Gemeinde mit großen Waldanteilen auf ihrer Gemarkung ist, kommt der Waldbrandbekämpfung natürlich eine zentrale Bedeutung zu; so findet jährlich eine Waldbrandübung statt, bei der hingegen noch ganz traditionelle Löschmethoden die besten sind: der Einsatz mit Feuerpatsche, der jedoch vom Luftbeobachtungsflugzeug aus geleitet wird. Neu hinzugekommen und von wachsender Bedeutung ist die Bergung von Verletzten bei Verkehrsunfällen; dies zeigt die nachfolgende Chronik ganz deutlich. Ein weiterer Bereich wird der Feuerwehr durch den Umweltschutz zuwachsen, sei es, dass das Schlimmste bei Umweltverschmutzungen (Öl-, Chemikalien) verhütet werden soll, sei es, dass sie Naturschutzmaßnahmen unterstützt (Biotopbewässerung). Die Mitwirkung bei Katastrophenschutzmaßnahmen soll natürlich nicht unerwähnt bleiben.



Um diesen gestiegenen Anforderungen gerecht werden zu können, bedurfte es unbedingt einer Modernisierung und Erweiterung des technischen Geräts für die Hildrizhauser Feuerwehr. Dies geschah dann auch zu Beginn der Siebziger Jahre, als zwei Löschfahrzeuge angeschafft wurden. Mannschaft und Gerät wurden in einem eigenen, neuen Feuerwehrhaus untergebracht. Einen solchen technischen Ausbau erlebte die Feuerwehrorganisation in Hildrizhausen - wie man gewiss ohne Übertreibung feststellen kann - im Lauf ihrer nachweisbaren Geschichte nur alle hundert Jahre einmal. Denn Ende des 18. Jahrhunderts und Ende des 19. Jahrhunderts erhielt sie jeweils u.a. einen neuen Spritzenwagen. Für den Haushalt einer einfachen Gemeinde wie Hildrizhausen bedeuteten diese Anschaffungen eine mutige, wie auch unbestritten notwendige Investition. Hier kann sich Bürgermeister Zimmermann des Dankes der Hildrizhausener Bürger und ihrer Feuerwehr gewiss sein.





Es ist mehr als nur ein angenehmer "Nebeneffekt", wenn über die Pflichterfüllung hinaus auch eine menschliche Gemeinschaft zusammenwächst, denn Geselligkeit, gegenseitige Hilfe und Kameradschaft werden unter den Hildrizhausener Feuerwehrleuten bewusst gepflegt. Die Feuerwehrgemeinschaft beherbergt mehrere Generationen: von den Jugendlichen bis hin zu den dienstältesten Jubilaren.

22.12.1948 Der erste Löscheinsatz nach dem Kriege wird durch den Brand des Backhauses nötig, den wohl Weihnachtsbäckereien verursachten.

1955 Hans Gildein löst Ernst Hablitzel nach zehnjähriger Kommandantur ab.

1957 Das neue Feuerwehrgesetz tritt in Kraft und Hans Gildlein wird als Feuerwehrkommandant durch Wahl bestätigt, Max Rauhberger wird zum Stellvertreter ernannt.

1960 Anschaffung einer Schlauchwaschmaschine. Die Generalversammlung wählt Karl Wörner zum neuen Stellvertreter

1961 Karl Wörner wird zum neuen Kommandanten gewählt, Willi Grob folgt als Stellvertreter.

September 1962 Suchaktion im Schönbuch nach einem entlaufenen Jungen.

1963 Kauf eines Kastenwagens Ford Transit TSF, dem ersten Kraftfahrzeug der Hildrizhausener Wehr.

30.06.1963 1. Teilnahme am Landesfeuerwehrfest in Heilbronn.

März 1965 Teilnahme an den Leistungswettkämpfen beim Feuerwehrfest in Magstadt.

06.11.1965 Löschübung in der Herrenberger Straße bei der ehemaligen Genossenschaftsbank.

12.03.1966 Wahl Erich Völlers zum Stellvertreter des Kommandanten.

19.06.1966 Kameradschaftsausflug in den Schwarzwald.

15.11.1966 Alarmübung bei der früheren Oberen Mühle:
Bürgermeister Roth und Kreisbrandmeister sprachen großes Lob über die gezeigte Leistung der Wehr.



18.02.1967 Bürgermeister Roth stellt der Generalversammlung die Geschäftsbilanz seit Inkrafttreten des neuen Feuerwehrgesetzes auf. Von 1958 bis 1965 betrugen die Einnahmen 68254 DM die Ausgaben hingegen nur 63711 DM, so dass ein Plus von 4543 DM erhalten bleibt.

1967 Erich Böckle wird Stellvertreter des Kommandanten.

11.11.1967 Hauptübung mit Einsatz eines Sprungtuches an der Genossenschaftsbank.

09.03.1968 Aufgrund eines Brandes einer Feldscheune und Geräteschuppens an der Schelmenäckerstraße wird gegen 16.30 Uhr Sirenenalarm ausgelöst. Innerhalb von 4 Minuten war die Wehr zur Stelle. Jedoch die Hofgebäude können nicht mehr gerettet werden.

30.06.1968 Fahnenweihe der neuen Standarte und Waldbrandübung unter Beteiligung von 12 verschiedenen Abordnungen.

17.04.1969 Brand am Ostersonntag in der Mähdertalhalde: innerhalb von 5 Minuten nach Alarmierung war die Wehr zur Stelle.

April 1970 Anschaffung einer Katastrophenpumpe, die z.B. bei Hochwasser eingesetzt würde.

13.03.1971 Erich Eberhard löst Erich Böckle als stellvertretenden Kommandanten ab.

Mai 1971 In diesem Monat muss die Wehr zweimal gegen einen Waldbrand ausrücken: ein kleinerer Brand erst im Niederholz; eine Woche später leisten die Hildrizhausener den Ehningern im Baumgartholz (Entenlache) Löschhilfe.

23.10.1971 Brand auf dem ehemaligen Schrottplatz auf dem Steinhau. Explodierende Benzintanks bilden eine besondere Gefahr. Zur Flammentilgung muss im Rahmen der Überlandhilfe die Holzgerlinger Wehr mit Löschschaum vorgehen.

15.11.1971 Einsatz 0.40 Uhr wegen eines Brandes eines Geräteschuppens in der Ehninger Straße (Ernst Notter).

09.06.1972 Richtfest des neuen Feuerwehrgerätehauses, das die jahrelange provisorische Unterbringung der Gerätschaften beenden wird. Auch entstehen Räumlichkeiten für die Wartung, für Fortbildung und Geselligkeiten.

17.11.1972 Übergabe des fertig gestellten Gerätehauses und eines Tanklöschfahrzeug an die Freiwillige Feuerwehr Hildrizhausen, die 40 Mann zählt. Eine Schauübung mit Beteiligung der Nachbarwehren rundet die Festlichkeiten ab.

01.07.1973 Auf dem Höhepunkt des Gemeindefestes zeigt die Hildrizhausener Wehr die technische Entwicklung ihrer Feuerwehr, u.a. auch einen Löscheinsatz mit der alten Wagenspritze (Hydrophor) und historischer Ausrüstung.
Am Festzug nehmen 19 Wehren des Kreises teil.





19.08.1973 Erster Ernstfall für das neue TLF 16: der Brand des Dreschschuppens der Genossenschaftsbank kann mit seiner Hilfe unter Kontrolle gebracht werden. Die Investition hatte sich gelohnt.

28.09.1973 Um 3.30 Uhr steht eine Feldscheune in der Talstraße (Wilhelm Notter) in hellen Flammen. Die Wehr benötigt nur 6 Minuten nach Alarmierung zum Brandplatz; dennoch ist nichts mehr zu retten und ein Sachschaden von 30.000 DM ist entstanden.

26.01.1974 Ein Kellerschwelbrand kann rasch gelöscht werden.

21.02.1974 Suchaktion nach einem Vermissten im Schönbuch.

Oktober 1975 Brandschutzwoche mit einer Hauptübung beim Sägewerk Braun. An dieser Übung nimmt auch die Nachbarwehr Altdorf teil. Der feierliche Abschluss bildet die Übergabe des neuen Löschfahrzeuges LF 8.

02.01.1976 Um 04.20 Uhr wird die Feuerwehr wegen eines Lagerbrandes in der Bergstraße (ehem. Fa. Rhofa) alarmiert . Der brisante Chemikalienbrand kann mit einem Schaumteppich noch vor Eintreffen der Böblinger Überlandhilfe erstickt werden.

05.03.1976 Nach 15jähriger Pflichterfüllung als Kommandant tritt der beliebte und geachtete Karl Wörner von seinem Amt zurück. Zu seinem Nachfolger wählt die Generalversammlung Arnolf Notter. Stellvertreter bleibt Erich Eberhardt.

30.04.1976 Gegen 03.00 Uhr bricht ein Brand im Scheunenanbau 'Hölderlinstraße' aus (Wilhelm Notter). Innerhalb weniger Minuten befindet sich die Wehr bereits im Einsatz. Das Vieh wird noch herausgeführt, die mit Heu gefüllte Scheune kann nicht mehr gehalten werden. Vor allem aber: das Wohnhaus und die dicht daneben stehenden Gebäude bleiben verschont. Ein ganzer Ortsteil war kurzzeitig vom Feuer bedroht!

November 1976 Die Feuerwehr besorgt für die Gemeinde in kameradschaftlicher Leistung den Abbruch des Hauses Herrenberger - Ehningerstraße, für die Anschaffungen im Feuerlöschwesen (MTW).

07.11.1977 Ein Bus, besetzt mit Kindern, die von einem Skiausflug aus dem Schwarzwald zurückkehren, gerät gegen 16 .00 Uhr von der Straße von Herrenberg ab und stürzt um. Das Unglück wird so groß eingeschätzt, dass sogleich Katastrophenalarm gegeben wird. Die Wehren von Böblingen und Herrenberg eilen mit Spezialfahrzeugen der Hildrizhausener Wehr zur Hilfe; Hubschrauber des Rettungsdienstes und der Bundeswehr kommen zum Einsatz. 44 Verletzte, davon 13 schwer verletzt, können nach einer halben Stunde geborgen werden.

05.03.1978 Auspumpen eines Firmenkellers.

ab 1979 Die Feuerwehr wird mit Funkmeldeempfänger ausgestattet, nachdem die Funkleitstelle Böblingen eingerichtet wurde.

21.09.1980 Die Hildrizhausener leisten in Altdorf gegen 1.00 Uhr morgens Löschhilfe; in 4 Stunden kann der brennende Schafstall endlich gelöscht werden. Noch am selben Tage unternehmen die Feuerwehrleute trotz des anstrengenden nächtlichen Einsatzes mit ihren Angehörigen einen Ausflug nach Bolsterlang zur Hörnerhütte.

10.10.1980 Die Hauptübung an der Schönbuchschule, bei der die Kinder mit Leitern und Sprungtuch aus dem brennenden Gebäude gerettet werden sollen, wird mit großem Lob für die 45 Hildrizhausener Feuerwehrleute bedacht.

19.02.1981 Kommandant Arnolf Notter stirbt nach schwerer Krankheit.

28.02.1981 19.15 Uhr Alarm wegen eines Kaminbrandes bei Heinz Berner.

26.03.1981 Schweißarbeiten in der Werkstatt von Wolfgang Schütz lösen einen Brand aus, so dass beide Löschfahrzeuge der Wehr vorsichtshalber eingesetzt werden.





11.04.1981 Erich Eberhardt wird bei der Generalversammlung einstimmig zum neuen Kommandanten gewählt. Martin Schütz ernennt die Versammlung zum Stellvertreter.

06.05.1981 Beide Löschfahrzeuge werden zu einem Einsatz in einer Gaststätte herangeführt; unter schwerem Atemschutz wird das Feuer mit Schaum gelöscht.

September 1981 Brandschutzwoche mit Löschübung an einem Ölbrand.

01.08.1982 Abendlicher Alarm wegen eines Kaminbrandes.

23.09.1982 Kleinbrand in einer Privatwohnung, ausgelöst durch einen defekten Fernseher.

24.10.1982 Übergabe des neuen Mannschaftstransportwagens durch Bürgermeister Zimmermann und Hauptübung. Die Feuerwehr trägt die Kosten mit 20.000 DM aus der Mannschaftskasse mit.





15.12.1982 Ein Elektroherd, den auszuschalten, die abwesenden Hauseigentümer vergaßen löst einen Brand mit starker Rauchentwicklung aus. Mit Feuerlöschern bringen die 6 Feuerwehrleute das Feuer unter Kontrolle (Quellenstraße).

17.07.1983 Teilnahme am Feuerwehrfest in Böblingen: mit historischer Übung

21.07.1983 Küchenbrand in einer Privatwohnung (Beethovenstraße).

01.10.1983 Teilnahme an einer landesweiten Waldbrand-Großübung im Schönbuch, wobei die Hildrizhausener Wehr einen Flächenbrand im Gemeindewald Hahnenbühl zu bekämpfen zur Aufgabe bekommt. Insgesamt nehmen 1300 Personen verschiedener Organisationen an dieser Übung teil.

06.01.1984 Einsatz bei einem Verkehrsunfall.

28.03.1984 Brisanter Einsatz bei einem Garagenbrand (Egmont Dongus): Eine explosive Gasflasche muss aus dem Brandbereich entfernt werden.

01.05.1984 Waldbrand im Staatsforst Altdorf: 20 Mann aus Hildrizhausen sind mit den Löschfahrzeugen und mit Feuerpatschen an der Brandbekämpfung beteiligt.

29.09.1984 Bei der Hauptübung wird der Fall geprobt, dass sich bei Schweißarbeiten in der Nähe gelagertes Altöl entzündet habe.

Oktober 1984 Es wird der neue Schlauchwagen angeliefert.

05.02.1985 Alarm wegen eines Brandes wegen Funkenflugs bei Schweißarbeiten: die Wehr braucht jedoch nicht mehr eingreifen.

26.02.1985 Die Ölspur von einem Verkehrsunfall vor dem Rathaus muss entfernt werden.

02.06.1985 Bei der Waldbrandübung zeigen sich Probleme bei der Löschwasserversorgung.

28.09.1985 Hauptübung am Lagerhaus der Volksbank: Explosionsgefahr bestünde, und hochgiftige Dämpfe würden bei solch einem Brand im Düngemittellager entstehen. In diesem Falle genügen die örtlichen Einsatzmittel nicht, so dass Kommandant Eberhardt Unterstützung durch den Böblinger ABC-Zug anfordert. Die Zusammenarbeit verläuft reibungslos. Der Kreisbrandmeister zeigt sich über die Leistung der Hildrizhausener sehr zufrieden.

17.03.1986 Einsatz bei einem Fahrzeugbrand (Herrenberger Straße).

11.04.1986 Fahrzeugbrand (Falkentorstraße).

29.05.1986 Einsatz in einem Feinkostgeschäft (Herrenberger Straße).

26.07.1986 Hochwasseralarm im Neubaugebiet "Vorderer Berg".

08.08.1986 Fahrzeugbrand (Herrenberger Straße).

07.04.1987 Ölalarm im Kindergarten.

14.04.1987 Waldbrandalarm.

23.04.1987 Blinder Alarm über Feuermelder.

15.06.1987 Hochwassereinsatz (Länderstraße).

05.09.1987 Alarm zur Beseitigung einer Ölspur (Herrenberger Straße).

23.09.1987 Verkehrsunfall auf der Herrenberger Straße (Nähe Sportplatz).

02.01.1988 9 Mann zur Beseitigung einer Ölspur auf der Ehninger Straße im Einsatz.

10.05.1988 Blinder Alarm.

14.05.1988 24 Mann rücken mit beiden Löschfahrzeugen zu einem Brand im Wochenendgebiet "Kreut" aus.

27.05.1987 Am späten Nachmittag bekämpfen 7 Mann der Wehr einen Wassereinbruch in der Würmstraße und Drosselweg.

01.06.1988 Es ereignet sich am frühen Abend in der Rohrauer Straße ein schwerer Verkehrsunfall. Mit sämtlichen Fahrzeugen ist die Hildrizhausener Feuerwehr an den Bergungsarbeiten beteiligt.





03.06.1988 Bewässerung eines Feuchtbiotops im "finsteren Mädle".

27.08.1988 Nach einem schweren Verkehrsunfall auf der Herrenberger Straße befreit die Wehr den verletzten Fahrer aus seinem Autowrack.

26.11.1988 Aus bisher ungeklärten Gründen wird das Wasser in der Trinkwasserversorgung Nufringen so stark verschmutzt, dass teilweise das Netz abgestellt werden muss. Die betroffene Nachbargemeinde Rohrau wird von der Hildrizhausener Feuerwehr mit Trinkwasser versorgt bis am nächsten Tag Entwarnung gegeben werden kann.